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Im Gegensatz dazu sind dreiseitige Vereinbarungen im Vereinigten Königreich nicht systematisch. Die erste Vereinbarung auf nationaler Ebene über TAW wurde zwischen der Regierung, dem TUC und dem CBI im Mai 2008 (UK0806039I) erzielt. Die gemeinsame Erklärung enthielt eine Vereinbarung, wonach Leiharbeitnehmer nach 12 Wochen in einem bestimmten Arbeitsplatz Anspruch auf Gleichbehandlung mit direkt beschäftigten Bediensteten (mit Ausnahme von Rentenleistungen) haben. In Frankreich gibt es keine sektorübergreifende Vereinbarung, die die TAW spezifisch regelt, obwohl eine im Januar 2008 unterzeichnete nationale Vereinbarung über die Reform des Arbeitsmarktes (FR0802049I) agenturiert vorsieht, als allgemeinere “Dachunternehmen” zu agieren. Beide DGB-Tarifverträge sehen eine 35-Stunden-Woche vor, was zu einer Standardarbeitszeit von 151,67 Stunden pro Monat führt. Die tatsächliche Arbeitszeit der Mitarbeiter wird entsprechend der tatsächlichen Wochenarbeitszeit im Anwenderunternehmen geregelt. Unterschiede zwischen der Standardarbeitszeit und den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden werden in Form von Zeitgutschriften in einem individuellen Arbeitszeitkonto (Arbeitszeitkonto) eingespart. Während die DGB-BZA-Vereinbarung die Einsparung von maximal 230 Stunden zulässt, beträgt die Grenze im DGB-iGZ-Vertrag 150 Stunden. Die Arbeitnehmer haben das Recht, sich für solche Stunden eine Auszeit zu nehmen. Die DGB-BZA-Vereinbarung ermöglicht zudem die Zahlung einer bestimmten Anzahl von Eingesparten in bar. Zum Vergleich: Der CGB/INZ-Tarifvertrag sieht in Westdeutschland Stundenlöhne in Höhe 1 und 7,80 Euro in der Skala 3 (Facharbeiter) vor, während Arbeitnehmer in der Zeit, in der sie nicht an ein Nutzerunternehmen vermietet werden, niedrigere Lohnsätze erhalten. Noch niedrigere Tarife wurden in einem weiteren Tarifvertrag vereinbart, das im Juni 2003 zwischen dem CGB und einem weiteren kleinen Arbeitgeberverband für kleine und mittlere Unternehmen der Branche – der Mittelstandsvereinigung Zeitarbeit (MVZ), unterzeichnet wurde.

Im Mai 2003 unterzeichneten Vertreter aller dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) angeschlossenen Gewerkschaften mit zwei großen Arbeitgeberverbänden im Zeitarbeitssektor getrennte Tarifpakete. Die Vereinbarungen betreffen Lohn, Arbeitszeit, bezahlten Urlaub und Bonuszahlungen. Die Verhandlungen folgten auf neue Rechtsvorschriften über Leiharbeit, die Anfang 2003 in Kraft traten. Die Tarifverträge zwischen DGB und BZA sehen zusätzlich zu den oben genannten Lohnsätzen einen Bonus vor, der von der Arbeitszeit im Nutzerunternehmen abhängt: Im Mai 2008 wurde in der Gemeinsamen Erklärung zum Entwurf der Richtlinie über die Arbeitsbedingungen von Leiharbeitnehmern erneut die positive Rolle anerkannt, die Leiharbeit bei der Umsetzung aktiver Arbeitsmarktpolitik spielen kann.